Rote Bete und das Herz
Wie ein Saft das Herz älterer Menschen entlasten kann
Neue Forschung zeigt:
Ein einfaches Glas Rote-Bete-Saft kann bei älteren Erwachsenen den Blutdruck spürbar senken – und das auf einem überraschenden Weg.
Was die Wissenschaft entdeckt hat
Ein Forscherteam der Universität Exeter hat im Juli 2025 im Fachjournal Free Radical Biology and Medicine eine spannende Studie veröffentlicht:
Ältere Erwachsene, die zwei Wochen lang täglich nitrate-reichen Rote-Bete-Saft tranken, hatten am Ende einen um etwa
4 mm Hg niedrigeren Blutdruck. Das Besondere: Dieser Effekt trat nicht bei jüngeren Erwachsenen auf – und er hing eng mit Veränderungen in der Mundflora zusammen.
Der geheime Helfer: unser Mundmikrobiom
In unserer Mundhöhle leben Milliarden Bakterien – viele davon sind wichtig für unsere Gesundheit. Einige von ihnen können aus den Nitraten in Gemüse wertvolles Nitrit bilden, das im Körper zu Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt wird. NO entspannt die Blutgefäße und kann so den Blutdruck senken.
Die Studie zeigte:
➡️ Weniger von bestimmten Prevotella-Bakterien, die eher mit Entzündungen in Verbindung gebracht werden.
➡️ Mehr von Neisseria und Rothia – Bakterien, die die NO-Bildung unterstützen.
Dieses bakterielle Gleichgewicht führte bei den älteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu einer besseren Gefäßfunktion.
Warum der Effekt vor allem ältere Menschen betrifft:
Mit zunehmendem Alter verändert sich das orale Mikrobiom – oft zu Ungunsten der NO-Produktion. Nitrate-reiche Lebensmittel wie Rote Bete können diesen Prozess positiv beeinflussen. Bei Jüngeren ist das Mikrobiom meist noch „effizienter“, daher zeigte sich dort kein messbarer Blutdruckeffekt.
Was bedeutet das für den Alltag?
➡️ Rote Bete als Teil einer herzgesunden Ernährung kann gerade im höheren Alter eine natürliche Unterstützung für den Blutdruck sein.
➡️ Der Effekt kommt nicht „über Nacht“ – in der Studie tranken die Teilnehmenden zwei Wochen lang täglich einen konzentrierten Rote-Bete-Shot.
➡️ Mundgesundheit spielt mit: Wer regelmäßig mit starken antibakteriellen Mundspülungen arbeitet, könnte den positiven Effekt abschwächen.
Wichtig: Nicht für alle geeignet:
Rote-Bete-Saft enthält viel Oxalsäure – bei Neigung zu Nierensteinen oder bestimmten Stoffwechselstörungen ist Vorsicht geboten. Auch Menschen, die Blutdruckmedikamente einnehmen, sollten vorher ärztlich klären, ob die Kombination sinnvoll ist.
Fazit:
Rote Bete ist mehr als nur ein farbenfrohes Gemüse – sie kann im Alter helfen, den Blutdruck auf natürliche Weise zu senken, indem sie unser orales Mikrobiom in eine herzfreundliche Richtung lenkt.
Diese Erkenntnis ist nicht nur spannend für die Wissenschaft, sondern zeigt einmal mehr: Gesunde Ernährung beginnt oft mit kleinen, alltäglichen Entscheidungen.
Quellen: Universität Exeter, Free Radical Biology and Medicine (2025), Nutrients (2015)